HRV Messung / Herzratenvariabilität

Was bedeutet Messung der Herzratenvariabilität?

Wie variabel ist Ihr Herzschlag? Wie regelmäßig oder unregelmäßig ist der Takt, in dem Ihr Herz schlägt?

In der HRV Messung werden durch Aufzeichnung des Herzrhythmus mittels eines Brustgurtes die Zeitabstände der aufeinander folgenden Herzschläge miteinander verglichen und daraus die Herzratenvariabilität bestimmt.

Bekannterweise wird in der Medizin der Herzschlag als „Herzfrequenz“ oder „Puls“ gemessen. So bekommen wir eine Aussage darüber, wie oft das Herz pro Minute schlägt. Der Puls liegt zum Beispiel bei 60/Minute. Bei der HRV Messung geht es hingegen darum, wie regelmäßig oder unregelmäßig das Herz schlägt. Vielleicht vermuten Sie nun, dass Ihr Herz immer in einem sehr regelmäßigen, fast stakkatoartigen Takt schlägt? Dem ist nicht so. Der Herzschlag wird je nach Situation durch das vegetative Nervensystem (VNS) verändert. So schlägt das Herz zum Beispiel bei der Einatmung schneller und bei Ausatmung langsamer. Diese situationsabhängige Regulation durch das VNS ist physiologisch und nicht zu verwechseln mit krankhaften Herzrhythmusstörungen.

HRV-Messung, Rhythmogramm

Abb. 1: Graphische Darstellung des aufgezeichneten Herzrhythmus

Werden bei der Messung hohe Variationen des Herzschlag-Rhythmus festgestellt (=hohe Variabilität), dann bedeutet dies, dass das Herz schnell auf kleinste Veränderungen reagiert und das wiederum bedeutet: Das vegetative Nervensystem ist in der Lage, sich auf innere und äußere Reize einzustellen, der Mensch kann sich besser an körperliche oder seelische Belastungen anpassen. Eine hohe Variabilität ist also ein Zeichen für eine gute Anpassungsfähigkeit und die Bereitschaft Ihres Körpers zum Erbringen einer hohen Leistung.

Die HRV-Messung…

  • Misst die Fitness des autonomen Nervensystems
  • Gibt eine Aussage über Belastbarkeit und Regenerationsfähigkeit des Körpers, über physische und psychische Leistungsfähigkeit
  • Zeigt an, ob Sie eher trainieren oder ruhen sollten

Welche Informationen bekomme ich durch die HRV Messung?

Das vegetative (syn. autonome) Nervensystem (VNS) setzt sich zusammen aus den zwei Teilen: „Sympathikus“ und „Parasysmpathikus“. Es ist die oberste Schaltzentrale im Körper und reguliert sämtliche Vitalfunktionen und Organsysteme.

Der Sympathikus ist zuständig für die körperliche Leistungsfähigkeit, er wird auch als „Stressnerv“ bezeichnet. Er bringt den Organismus in Alarmbereitschaft und erhöht das Reaktionsvermögen, z.B. bei Stress oder körperlicher Aktivität. Er steigert den Herzschlag.

Der Parasympathikus ist für körperliche Erholung, Entspannung und regenerative Prozesse zuständig (z.B. Verdauung, Blutdruckregulation, Muskelaufbau, Haarwuchs). Er wird auch als „Entspannungsnerv“ bezeichnet. Er verlangsamt den Herzschlag.

Ist bei Ihnen die notwendige Balance zwischen Körperspannung und Körperentspannung vorhanden? Das ist die entscheidende Frage und durch die HRV Messung bekommen wir eine Antwort darauf.

Niedrige und hohe Herzratenvariabilität

Wenn die HRV Messung eine niedrige Herzratenvariabilität ergibt dann bedeutet dies, dass einer der beiden Anteile des VNS dominiert. Und dieser dominierende Teil sendet dann stärkere Signale an das Herz.

Wenn die HRV Messung eine hohe Herzratenvariabilität ergibt, dann bedeutet dies, dass der Körper auf beide Einflussgrößen, Sympathikus und Parasympathikus gleichermaßen hört. Das Nervensystem ist in Balance und der Körper ist zu großen Leistungen bereit.

Mögliche Einflussgrößen im Zusammenhang mit einer vegetativen Dysbalance sind neben organischen Erkrankungen, biologischen Faktoren und psychischen Störungen ganz wesentlich auch Trainings- und Lifestylegewohnheiten wie schlechte Ernährung, Bewegungsmangel, mangelnde Exposition zu entsprechenden Reizen wie Kälte oder Licht, Schlafgewohnheiten, Alkoholkonsum, Trainingsvolumen und -intensität, das Verhältnis zwischen Anspannung und Entspannung/Pausen.

In der Natur haben wir normalerweise ein ständiges Abwechseln von Anspannung und Entspannung. So entsteht ein natürliches Gleichgewicht.

Durchführung

Nach Einhaltung einer 10-minüten Ruhephase wird die Messung im Sitzen durchgeführt. Mittels eines Brustgurtes wird der Herzschlag aufgezeichnet und per Funk an die Software übermittelt. Ein Rhythmogramm und Streudiagramm wird erstellt und anhand der aufgezeichneten Herzratenvariabilität werden die Parameter Ruhepuls, Sympathikus (Körperspannung) und Parasympathikus (Körperentspannung) mathematisch berechnet und dargestellt. Eine einmalige Messung dauert je nach Pulsfrequenz etwa 5-10 Minuten. Es besteht die Möglichkeit, im Anschluss eine zweite Messung durchzuführen unter Atemanleitung.

Die Ergebnisse werten wir gemeinsam mit Ihnen aus und sie werden Ihnen als PDF Datei zur Verfügung gestellt.

HRV-Messung, Hauptparameter der VNS Analyse

Abb. 2: Blauer Balken = Parasympathikus: steht für Entspannung, roter Balken = Sympathikus: steht für Spannung, Violetter Balken = Herzfrequenz. In dieser dargestellten Messung eines Patienten zeigt sich, dass auch in einer Ruheposition und -phase der Spannungsnerv die Oberhand hat und der aktivere Teil des vegetativen Nervensystems ist.

Mehr Infos unter: www.vnsanalyse.de

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